Monatsrückblick Dezember 2025

Der Dezember hatte offensichtlich beschlossen, sich nicht mit ein bisschen Adventsromantik zufriedenzugeben, sondern gleich das volle Programm aufzufahren. Zwischen spontanen Inseltrips, hartnäckigem Laub, Baustellenstaub und sehr ambitionierten Weihnachtsplänen blieb kaum Zeit, einmal tief durchzuatmen. Wann genau sollte eigentlich diese besinnliche Zeit stattfinden, von der alle reden? Spoiler: Sie war da – nur eben gut getarnt.

Woche 1️⃣ – Nordseewind, Kabelgräben und die Sache mit dem Fisch

Der Dezember eröffnete standesgemäß nicht mit Kerzenschein und Plätzchenduft, sondern mit einem spontanen Kurzurlaub auf Langeoog. Trotzdem habe ich es geschafft, den Monatsrückblick für November pünktlich am 01.12. zu veröffentlichen. Tschakka! Bei strahlendem Sonnenschein und einer Kälte, die sich sofort durch jede Kleidung fraß, spazierten wir über die Insel. Genau die Art von Erholung, nach der wir uns gesehnt hatten. Abends kehrten wir mit Janne im Dwarslöper ein, wo ich mich mutig für eine Ofenkartoffel mit Lachs und Quark entschied. Gar nicht mal so lecker. Schmeckte ein bisschen nach Mutprobe – trat preislich gesehen jedoch sehr selbstbewusst auf. Gesalzen wie die Nordsee – meine Fresse.

Die Rückreise am Dienstag verlief erfreulich reibungslos, was immer ein gutes Omen ist, bevor der Alltag einen wieder einfängt. Ab Mittwoch hieß es dann: business as usual. Laub bekämpfen, Kabel verlegen – diesmal sogar unterirdisch am Pferdestall – und sich abends mit Zumba dafür belohnen. Der Donnerstag brachte mehr Laub, mehr Kabel und Sand. Aber auch ein kulinarisches Highlight in Form eines Caesar Salads mit Riesengarnelen, Bacon, Croutons und sehr, sehr viel Parmesan. Gelingt immer, klebt nicht – um eine längst verbotene Reiswerbung zu zitieren.

Am Freitag standen Co-Bloggen, das Zuschütten der Kabelgräben und Pflasterarbeiten an. Ich teile inzwischen vollumfänglich die Philosophie meines Göttergatten: Pflastersteine und Brennholz gehören zur gleichen Kategorie handfester Alltagsmaterialien. Jedes Teil möchte mindestens viermal in die Hand genommen werden. Trotzdem habe ich am Abend den Tag in Form des WMDEDGT-Formats zusammengefasst und veröffentlicht.

Nikolaus wurde am Samstag tanzend bei Zumba Gold gefeiert, bevor wir beim Nachbarn Geburtstag feierten. Der Sonntag gehörte dem Wichteln mit Freundinnen, bei dem der Buchstabe »F« gefragt war. Mein Geschenk: ein Fisch namens Glucki-Gluck. Leider ohne Gluck-Funktion. Tragisch.


Kaum hatte ich mich von Nordseeluft, Pflastersteinen und einem nicht gluckenden Fisch erholt, stand auch schon die nächste Woche bereit.


Woche 2️⃣ – Bambus, Backbleche und eine süße Überraschung

Auch in der zweiten Dezemberwoche blieb es erfreulich unmöglich, so etwas wie vorweihnachtliche Besinnlichkeit aufkommen zu lassen. Stattdessen standen Dachrinnen, Choreografien und diverse Überbleibsel der Baustelle auf dem Programm. Bauschutt wollte wegsortiert, die Baustelle mit dem Industriesauger bezwungen und Müll entsorgt werden. Schließlich hat man ja sonst nichts zu tun, wenn Weihnachten vor der Tür steht. Der Garten meldete ebenfalls noch einmal Ansprüche an: Bambus wurde rigoros gestutzt und das vermutlich allerletzte Laub des Jahres bekämpft. Ein Moment, der innerlich mit Konfetti gefeiert wurde. Abends rettete mich Zumba zuverlässig davor, komplett im Funktionsmodus steckenzubleiben.

Das Laub ist weg!

Für einen kurzen Glücksmoment sorgte die Post, die mir völlig unerwartet ein großes Kinderschokoladen-Überraschungspaket bescherte.

Lauter Sachen, die sonst nie in meinem Einkaufswagen landen.

Am Donnerstag zwischen Keksebacken (die erste Ladung war schneller verschwunden, als man »Advent« sagen kann) und der üblichen Hausarbeit, entstand ganz nebenbei die Idee für den nächsten Blogartikel: Die unvermeidlichen Jahreshoroskope. Mir sind spontan einige Nischenzeitschriften eingefallen, die nicht davor zurückschrecken: »Der moderne Fliesenleger – der passende Kleber für jeden Aszendenten« oder »ThermomixToday – dein Küchenorakel 2026« oder »Das BüroklammerBlatt – Spiral-, Bügel- oder Herzklammer: dein Schicksal 2026 oder »Der Bierdeckel-Bote – Mit welchem Sternzeichen trinkt es sich am besten 2026«. Offenbar arbeitet mein Gehirn unter Keksduft und Putzwasser besonders kreativ.

Der Freitag brachte dann den eigentlichen Anlass für meinen Ausflug in die große Stadt Lübbecke mit sich. Eine Vorladung – offiziell natürlich ein Antrittsbesuch – beim Arbeitsamt stand an. Timing? Hervorragend. Kurz vor Weihnachten hat man schließlich ausreichend Kapazitäten für Behördentermine. Ohne diesen Termin wäre ich ganz sicher nicht losgefahren, aber so ließ sich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. Vor dem amtlichen Teil landete ich folgerichtig im Buchladen. Das neue Buch von Freida McFadden, Der Freund, wollte unbedingt bei mir wohnen. Zusätzlich war es wieder Zeit für die 12 von 12, was dem Tag im Nachhinein zumindest einen blogtauglichen Mehrwert verlieh.

Der Samstag verlief dann erfreulich mit einer Doppelstunde Zumba, bevor der Abend entspannt mit Rotwein und Musik ausklang. Am Sonntag wurde es ruhiger: ein ausgedehnter Spaziergang mit Buddy und endlich Zeit zum Geschenkeeinpacken. Ein Gefühl, das bekanntlich nie lange anhält, aber man nimmt, was man bekommt.


Nachdem amtliche Termine, Bambus und Buchkäufe erfolgreich abgehakt waren, rückte Weihnachten nun endgültig in greifbare Nähe.


Woche 3️⃣ – Schlafentzug und Weihnachtsbaum

In der dritten Woche wurde es dann offiziell festlich, denn der Weihnachtsbaum zog ein und wurde geschmückt. Das Ergebnis war erstaunlich gerade, was jedes Jahr aufs Neue als Erfolg verbucht wird. Die Nacht darauf entschied Buddy allerdings gegen 4:30 Uhr morgens, dass Schlaf überschätzt wird und der Tag beginnen sollte. Der positive Nebeneffekt: Ich hatte plötzlich unfassbar viel Zeit, um sämtliche Küchenschränke auszuräumen, auszumisten, auszuwischen und anschließend wieder einzuräumen. Ein Traum. Wirklich.

Am Donnerstag holten wir Lena vom Flughafen ab. Wir haben die Wartezeit mit einem Mittagessen bei einem bekannten Schnellrestaurant mit gelbem M verbunden. Für mich war es das zweite Mal in diesem Jahr. Was soll ich sagen? Mein Bedarf ist vorerst gedeckt. Die Weihnachtseinkäufe wurden auf Freitag gelegt. Abends wurde mit Freunden draußen an der Feuertonne Heißgetränke verteilt und dummes Zeug erzählt und sehr viel gelacht.

Der Samstag führte uns zu einem Gegenbesuch bei Freunden, die sich ebenfalls mitten in Bauarbeiten befinden. Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid, vor allem, wenn Glühwein im Spiel ist. Am Sonntag war schließlich der Blogartikel mit den Jahreshoroskopen fällig, den ich mit gutem Gewissen als sehr gelungen bezeichne. Eigenlob? Absolut angebracht.


Zwischen sehr frühen Morgenstunden, geschmücktem Baum und klugen Gesprächen an der Feuertonne.


Woche 4️⃣ – Weihnachtszauber und ein rebellischer Magen

Die Weihnachtswoche begann mit letzten Einkäufen und Co-Bloggen, wobei mein Fokus weniger auf Texten als auf Musik lag. Schließlich plante ich für Silvester eine spontane Zumba-Stunde, und so wurde fleißig nach passenden Songs gesucht. Am Dienstag machten Lena und ich uns mit der Bahn auf den Weg nach Bielefeld zum Weihnachtsmarkt. Dort trafen wir Verwandtschaft und wärmten uns mit heißem Orangensaft, der ziemlich sicher Wodka enthielt.

Heiligabend verbrachten wir zu dritt mit gutem Essen und entspannter Stimmung. Der erste Feiertag wurde dann mit deutlich mehr Leuten angegangen. Das übliche Raclette mit fast der ganzen Familie stand auf dem Programm. Der zweite Feiertag war angenehm ruhig. Ich nutzte die Gelegenheit und widmete mich einem Puzzle. Eine Beschäftigung, die immer sehr meditativ bei mir wirkt.

Der Samstag hingegen lief weniger harmonisch. Mir ging es so schlecht, dass ich bis etwa 22 Uhr mit Kotzanfällen beschäftigt war. Ich fühlte mich auch genauso. Der Sonntag startete zum Glück deutlich besser. Gott sei Danke, denn es hatte sich noch einmal Familie angekündigt. Außerdem haben wir das Geschenk des Göttergatten ausprobiert: ein Fondue-Set. Ich selbst hielt mich dabei sehr zurück. Aus Gründen. Sehr guten Gründen.


Nach all den kulinarischen Höhenflügen und einem kurzen gesundheitlichen Tief blieb zum Jahresende vor allem eins übrig: Viel Käse!


Woche 5️⃣ – Ein leiser Anlauf und ein sehr realistisches Ende

Der Montag meldete sich mit Co-Bloggen, dem kompletten Abwasch vom Vortag. Spoiler: Tat er nicht. Aber Träumen ist ja bekanntlich erlaubt. Am Dienstag widmete ich mich ausführlich meiner Silvester-Zumba-Stunde und stellte eine neue Playlist zusammen. Für mich logisch aufgebaut, aber sehr Cardio-lastig. Spoiler: Das hat sich nach zwei Wochen Abstinenz bemerkbar gemacht. Puhh!

Weil die Sonne sich von ihrer besten Seite zeigte, zogen Lena und ich mit Buddy los. Wir haben einen ausgedehnten Spaziergang an der Aue genossen. Am Abend zauberte Lena Pasta mit Salsiccia, Fenchel, Zitrone, Parmesan und Petersilie. Ein Gericht, das so gut war, dass man kurz vergaß, wie voll dieser Monat eigentlich gewesen ist.

Der letzte Tag des Jahres begann sportlich, denn meine Sonderstunde stand an. Mit lauter Musik, viel Schweiß und ordentlich Endjahresenergie wurde das Jahr verabschiedet, wie es sich gehört. Am Nachmittag brachten wir Lena zum Bahnhof, was sich ein bisschen nach Abschluss anfühlte. Der Abend verlief bewusst ruhig, ohne großes Tamtam. Den Jahreswechsel habe ich mal wieder verpennt – konsequent, ehrlich und irgendwie passend. Man kann schließlich nicht alles haben. Und das ist auch völlig okay.

Tiefenentspannt – trotz Böllerei

📖 Gelesen

Der Freund – Freida McFadden
Der Thriller startet spannend und gewohnt fies, mit dieser typischen McFadden-Atmosphäre. Es geht um eine Frau, die merkt, dass ihr neuer, perfekter Freund vielleicht doch ein paar Leichen im Keller hat. Im wahrsten Sinne des Wortes. Leider fehlte mir zwischen Laubkampf und Schrankauswischen die Zeit, das Ganze zu Ende zu bringen. Aber der Cliffhanger wartet auf mich!

🎧 Gehört

Der Dorfladen – Anne Jacobs
Dieses Hörbuch war meine Rettung während der Hausarbeit. Eine herzerwärmende Geschichte über einen kleinen Laden in der Provinz, der zum Mittelpunkt vieler Schicksale wird. Es ist die perfekte literarische Kuscheldecke zum Abschalten, wenn der Alltag mal wieder zu laut ist.

🎬 Gesehen

Homeland (Netflix)
Obwohl die Serie schon älter ist, hat sie mich voll gepackt. Ein US-Soldat kehrt nach Jahren aus der Gefangenschaft zurück, doch CIA-Analytikerin Carrie Anderson vermutet, dass er umgedreht wurde. Ein hochspannendes Katz-und-Maus-Spiel über Identität, Verrat und Paranoia. Ein Klassiker, der nichts von seiner Wirkung verloren hat. Politische Intrigen, moralische Grauzonen und eine grandiose Carrie Mathison machen die Serie auch Jahre später noch fesselnd. Ich bin süchtig und binge mich gerade durch die Staffeln!

Temptation Island (RTL+)
Tja, was soll ich sagen? Ich habe es versucht, aber es war einfach nur sterbenslangweilig. Wenn man den Trash nicht mal mehr mit Humor nehmen kann, ist es Zeit umzuschalten.

Sean Combs – Die große Abrechnung (Netflix)
Eine Dokumentation über den Fall Puff Diddy, produziert von 50 Cent. Es ist zwar sehenswert und informativ, aber ehrlicherweise fand ich die YouTube-Videos von Kalayo dazu noch spannender und detaillierter aufbereitet.

Forsthaus Rampensau (Joyn)
Hier war ich positiv überrascht! Eine Trash-Show, die tatsächlich Witz hat und nicht nur aus herumbrüllenden Selbstdarstellern besteht. Eine wunderbare leichte Unterhaltung für zwischendurch Gelungener Trash mit Witz und weniger Fremdscham als erwartet. Hat Spaß gemacht.

Ku’damm 77 (ZDF)
Nachdem ich die Vorgänger 56, 59 und 63 schon verschlungen habe, war dieser Teil ein Muss. Die Emanzipation und der Zeitgeist der späten 70er sind so toll eingefangen, dass ich die gesamte Staffel in einem Rutsch durchgebingt habe. Absolute Empfehlung für alle Nostalgiker! Eine würdige Fortsetzung der Reihe, emotional, klug erzählt und in einem Rutsch durchgeschaut. Absolute Empfehlung!


Fazit – Viel los, wenig perfekt, genau richtig

Man kann das Jahr noch so sehr planen, am Ende entscheidet Buddy, wann man aufsteht. Rückblickend war dieser Dezember vieles, aber ganz sicher nicht langweilig. Er bestand aus kalten Spaziergängen und warmen Abenden, aus Terminen, die man nicht gebraucht hätte, und Begegnungen, die genau zur richtigen Zeit kamen. Nicht alles lief glatt, manches lief gründlich schief und zwischendurch meldete sich auch der Körper mit deutlichen Hinweisen, dass ein Gang runter keine schlechte Idee wäre. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – bleibt ein Monat in Erinnerung, der gelebt wurde und nicht nur vorbeigezogen ist. Und wenn am Ende zwischen Fondue, Fisch ohne Gluck und unzähligen Pflastersteinen vor allem eins bleibt, dann die Erkenntnis: Perfekt wäre langweilig – und davon hatten wir im Dezember nun wirklich genug Abstand.

Ausblick auf 2026 – Berufliche Neuorientierung, gefördert und gelernt

2026 starte ich offiziell in eine Phase der beruflichen Neuorientierung, die ich mir ohne das Arbeitsamt vermutlich niemals selbst gegönnt hätte. Man könnte also sagen: Erst die Arbeitslosigkeit hat mich klüger gemacht – zumindest digital. Statt mich weiter tapfer durch Halbwissen zu mogeln, lerne ich im ersten Halbjahr ganz legal und bezahlt DATEV, Word, Excel, WordPress und sogar KI. Bildung auf Rezept sozusagen.

Anstatt hektisch nach dem nächsten Job zu greifen, nutze ich die Zeit, um mir eine solide Grundlage zu erarbeiten und meine beruflichen Möglichkeiten neu zu sortieren. Mit jedem Kurs wächst nicht nur das Wissen, sondern auch die leise Erkenntnis, dass dieser vermeintliche Umweg vielleicht genau das ist, was ich gebraucht habe. 2026 wird ein Jahr der Neuorientierung und der beruhigenden Gewissheit, dass Lernen auch jenseits von Lebensläufen verdammt sinnvoll sein kann.

Von Kerstin Steinkamp

Stifte gespitzt – Segel gesetzt. Ich bin Kerstin Steinkamp – Bloggerin und Zumba-Instruktorin mit Herz, Humor und einer Portion Gelassenheit. Sprache ist mein Handwerkszeug, Bewegung mein Ausgleich – beides steht für Energie, Leichtigkeit und Klarheit. Ich schreibe für Menschen, die wie ich sich selbst nicht zu ernst nehmen – denn manchmal ist das Leben hart genug. Auf meinem Blog verbinde ich ehrliche Einblicke in meinen aus Alltag, Themen, die mich gerade interessieren und meine Kreativität. Mehr über mich findest du hier.

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