WMDEDGT

WMDEDGT – dieses wunderbar unspektakuläre Blogformat, das Frau Brüllen vor vielen Jahren ins Leben gerufen hat, erinnert mich regelmäßig daran, dass Alltag nicht laut sein muss, um erzählenswert zu sein. Keine Highlights, kein Drama, kein Optimierungszwang. Einfach: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Spoiler: nicht viel. Und genau das ist der Punkt.

06.03 Uhr
Der Wecker klingelt. (Ich stelle mir übrigens immer krumme Zeiten ein – keine Ahnung, warum.)
Der ganz so frühe Vogel – spätestens um 4.30 Uhr senkrecht im Bett – scheint anscheinend nicht mehr zu existieren. Oder ist es scheinbar? Wann benutzt man was? Liegt es daran, dass ich den Dry January durchgezogen habe? Der sich inzwischen unauffällig bis in den Februar verlängert hat. Wie auch immer: Es tut mir gut.

06.17 Uhr
Ich verlasse das Bett. Wie immer erst nach meinen Morgenseiten. Der Wecker hatte mich unsanft aus Träumen gerissen, an die ich mich schon Sekunden später nicht mehr erinnern konnte.

Nach dem Frühstücksvorbereiten – mal wieder Salat – geht es mit Buddy nach draußen. Eine feine Pulverschneeschicht hat die Landschaft hübsch verpackt. Beim Zähneputzen erfahre ich: Heute ist Welt-Nutella-Tag.
YEAH!

Kurz recherchiert (man will ja informiert bleiben): 2007 von einer Bloggerin erfunden, von Fans gefeiert, später von Ferrero offiziell umarmt – und zack: ein Feel-Good-Feiertag. Kein Gedenken, kein Protest, kein UNESCO-Siegel. Einfach nur süßer Scheiss.

Ich esse Nutella quasi nie. Aber wenn, dann richtig: auf frischen Brötchen, darunter idealerweise gesalzene Butter.
Warum ich das alles beim Zähneputzen erfahre? Ganz einfach: Bei uns steht ein kleines rundes Radio, auf dem den ganzen Tag Schwarzwald-Radio läuft.

Ich plädiere übrigens für neue Welttage:

– Welttag des Guilty Pleasure mit intellektuellem Alibi:
Ich schaue Trash-TV. Recherche.

– Welttag der produktiven Prokrastination:
Ich reflektiere kritisch meine Arbeitsvermeidung.

– Tag des Einkaufswagenchips:
Immer da, wenn man ihn nicht braucht. Nie da, wenn man ihn braucht.

– Tag der Tür, die man zieht, obwohl »Drücken« draufsteht.

07.57 Uhr
Ich sitze mit meinem Frühstück vor dem Rechner und habe mich in meine Schulung eingestempelt. Ja, das heißt wirklich so. Um 08.30 Uhr geht’s los. Vierter Tag PowerPoint. Für Newbies wie mich: Paralleluniversum.

Mein Arbeitsplatz für die nächsten 5 Monate

10.16 Uhr
Kurze Pause von SmartArt. Schnell Mittagessen vorbereiten, Käsebrot schmieren und eine neue Kanne Tee aufsetzen (Russischer Granatapfel). Ich bin jetzt schon gespannt, ob ich das Gelernte heute Nachmittag anwenden kann. Spoiler: bin skeptisch.

12.33 Uhr
Mittagspause. Jetzt ist das Käsebrot endlich dran – vorhin hat es nicht mehr gepasst. Ich weiß nun alles über Säulendiagramme. (NICHT!)
Kurze Runde mit Buddy, den Kaminofen angefeuert, dann wieder direkt an den Schreibtisch. Aufgaben bearbeiten, um das Gelernte zu festigen – wie es so schön heißt. Aber nicht mit mir, mein Freund. Ich hatte gefühlt tausend Fragen und kam erst mal überhaupt nicht klar. Zwischen (Kennen)lernen und Anwenden lagen gerade mal zwei Stunden – und trotzdem fühlte es sich an wie ein kompletter Systemabsturz. Dann die Rettung: Professor h. c. Dr. rer. SmartArt Frank Billerbeck (Shout-out an dieser Stelle!). Ein Mann, der PowerPoint nicht nur benutzt, sondern lebt. Geduldig beantwortete er jede einzelne meiner Fragen. Wirklich jede. Auch die 999ste.
Pädagogische Engelsgeduld. Anders kann man das nicht nennen.

15.51 Uhr
Gleich ist Feierabend. Ich schreibe hier zwischendurch, um mich abzulenken, denn mir qualmt der Schädel. Selbst meine Uhr mahnt: Zeit aufzustehen! Also raus in den Schnee, Zeit mit Buddy genießen – und bloß nicht vergessen, den Müll an die Straße zu stellen.

17.13 Uhr
Wieder drinnen. Ein bisschen zappen, Füße hochlegen und den Orangen-Fenchel-Salat genießen.
Hmmm. Lecker.

Dressing: Joghurt, Salz, Pfeffer, Ahornsirup

18.57 Uhr
Abendessen und dann Füße hoch. Ich lande bei Homeland auf Netflix – ernst, spannend, keine Prüfungsfragen. Den Dschungel lasse ich heute aus. Er langweilt mich erstaunlich schnell und außerdem: Werbung. Sehr viel Werbung. Ein ganz normaler Tag: keine Katastrophen, kein Drama – nur ein Tag, der einfach lief, voller Lernmomente.

Von Kerstin Steinkamp

Stifte gespitzt – Segel gesetzt. Ich bin Kerstin Steinkamp – Bloggerin und Zumba-Instruktorin mit Herz, Humor und einer Portion Gelassenheit. Sprache ist mein Handwerkszeug, Bewegung mein Ausgleich – beides steht für Energie, Leichtigkeit und Klarheit. Ich schreibe für Menschen, die wie ich sich selbst nicht zu ernst nehmen – denn manchmal ist das Leben hart genug. Auf meinem Blog verbinde ich ehrliche Einblicke in meinen aus Alltag, Themen, die mich gerade interessieren und meine Kreativität. Mehr über mich findest du hier.

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