WMDEDGT

Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Hoppala, das gab es hier ja auch mal: WMDEDGT – Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Mein letzter Beitrag hierzu war im März 2026!

Ich habe schon ziemlich lange nicht mehr bei der Aktion von Frau Brüllen mitgemacht. Dabei mag ich diese Beiträge eigentlich sehr. Nicht, weil mein Alltag besonders glamourös wäre – der rote Teppich liegt weiterhin nicht vor unserer Haustür –, sondern weil man am Ende eines solchen Tages oft erstaunt feststellt, was man eigentlich alles gemacht hat.

Also nehme ich dich heute mal wieder mit.

Es ist Samstag, der 5. September 2026. Der Sommer verabschiedet sich offenbar schneller, als mir lieb ist, Buddy hält Schlaf für überbewertet und auf meinem Tagesprogramm stehen unter anderem Zumba, neue Choreografien, Einkaufen, Spaghetti, Baustelle und Decke streichen.

Ein ganz normaler Samstag also.

05.04 Uhr

Buddy hat mich geweckt. Warum auch nicht. Es ist schließlich Samstag und noch stockdunkel. Furchtbar übrigens, wie schnell dieser Sommer vorbei war. Gefühlt war gestern noch Juni und plötzlich steht der Herbst mit Zwiebelkuchen vor der Tür.

Erst einmal gibt es meinen gesunden Morgen-Drink aus Kurkuma, etwas schwarzem Pfeffer, gepresster Zitrone und Apfelessig. Ja. Schmeckt genauso, wie es sich anhört. Danach etwas Schwarzkümmelöl und Keratin, in Wasser aufgelöst. Wenn ich schon um fünf Uhr morgens wach bin, möchte ich wenigstens das Gefühl haben, meinem Körper etwas Gutes zu tun.

Dann endlich Frühstück: Kaffee, zwei gekochte Eier und ein Toast. Dazu schaue ich mir auf YouTube eine Reaction von Carbibi und Bullshit TV an, amüsiere mich prächtig und löse nebenbei ein Kreuzworträtsel.

Langweilig? Mag sein. Ich finde es herrlich. Außerdem schreibe ich noch einen Einkaufszettel, denn ich habe beschlossen, dass es am Wochenende Zwiebelkuchen geben soll. Ist ja schließlich Herbst. Und ja: Diese Entscheidung fiel tatsächlich schon vor dem Kreuzworträtsel.

06.32 Uhr

Inzwischen ist es hell geworden und Buddy darf endlich vor die Tür.

Anschließend kümmere ich mich um die Playlist für meinen Zumba-Gold-Kurs. Gestern habe ich eine neue Choreo entwickelt, die ich heute unbedingt ausprobieren möchte. Und ich wette, den Song kennt wirklich jeder: „9 to 5“ von Dolly Parton. Ich liebe das Lied und freue mich schon darauf, es heute mit meinen Teilnehmern zu tanzen.

09.06 Uhr

Nun ja. Aus „Ich passe kurz die Playlist an“ wurde erwartungsgemäß etwas mehr. Ich habe die Playlist inzwischen komplett umgestellt und zusätzlich noch einen Reggaeton choreografiert: „Reggaetón Lento – Remix mit Little Mix“. Toller Song. I love it! Jetzt hoffe ich nur noch, dass meine Kandidaten das genauso sehen.

Ich mache mich jetzt auf den Weg, denn vor dem Kurs muss ich noch fürs Wochenende einkaufen.

12.26 Uhr

Wieder zu Hause. Jetzt heißt es Essen kochen. Es gibt – wie so oft am Samstag – Spaghetti mit Tomatensauce. Ein Klassiker bei uns. Schnell, unkompliziert und bisher hat noch niemand offiziell Beschwerde eingereicht.

Der Zumba-Kurs ist übrigens richtig gut gelaufen. Ich konnte beide neuen Choreografien vorher noch einmal vor dem Spiegel testen und beide kamen bei meinen Teilnehmern sehr gut an. YESSS! Vor der Stunde habe ich außerdem noch geplankt. Wieder über drei Minuten. Man muss Erfolge schließlich erwähnen, wenn sie schon mal da sind.

13.11 Uhr

Alle haben gegessen, die Küche ist aufgeräumt. Jetzt geht es ab auf die Baustelle. Erst einmal ein bisschen aufräumen und danach mein Endgegner: STREICHEN! Und dann auch noch die Decken??? Ich kann das nicht gut. Jeder sieht es. Und zwar leider auch dann, wenn ich mir wirklich Mühe gebe.

Andere Menschen streichen eine Decke und hinterher sieht sie professionell aus. Ich streiche eine Decke und denke anschließend: Vielleicht wird es besser, wenn man das Licht ausmacht. Verdammt.

15.55 Uhr

Ich brauche eine Pause. Meine rechte Schulter hat inzwischen weitgehend den Dienst eingestellt und verlangt nach etwas zu trinken.

Buddy ist jetzt ebenfalls wieder dran. Nach einem kurzen – räusper – Telefonat helfe ich Tim anschließend noch dabei, die Einschalungen für die Betondecke auf den Lader zu verfrachten.

Meine Schulter liebt es. Wirklich. Und Tims Gesichtsausdruck sagt ungefähr: Wenn Mama hier mit anpackt, ist es, als ob zwei andere loslassen.

Nun ja. Ich gebe alles.

17.39 Uhr

Wieder oben. Jetzt bereite ich das Abendessen vor. Ich habe Lust auf Pizza: Thunfisch, Zwiebeln und Mozzarella. Gerade habe ich den Wasserkocher angestellt. Und jetzt, während ich das hier schreibe, habe ich komplett vergessen, warum.

Ich gehe also noch einmal in die Küche und schaue mir das Ganze an. Vielleicht springt mich der Gedanke ja spontan an. Da steht sogar ein Messbecher vor dem Wasserkocher. Das muss also irgendeinen Sinn gehabt haben.

Spoiler: Mir fällt nichts ein. Warum zur Hölle habe ich Wasser gekocht? Ich gehe jetzt erst einmal duschen.

18.06 Uhr

Geduscht. Ohne Haare. Betroffene wissen, was ich meine.

Und plötzlich weiß ich es wieder! Der Wasserkocher hatte tatsächlich einen Sinn. Sogar der Messbecher war mit voller Absicht dort platziert. Willst du wissen, wofür? Frag mich einfach. Es handelt sich nämlich um einen Life-Hack, den ich grandios finde.

Später am Abend

Wunschdenken: Ich habe es geschafft. Ich liege auf dem Sofa. Und ich meine liegen. Nicht dieses halbwegs aufrechte „Ich könnte theoretisch noch einmal eben aufstehen“, sondern die endgültige waagerechte Kapitulation.

Hinter mir liegen Zumba, Planken, Einkaufen, Kochen, Baustelle, Decke streichen und diverse Tätigkeiten, bei denen meine rechte Schulter irgendwann beschlossen hat, sich innerlich aus dem Projekt zurückzuziehen.

Jetzt passiert hier nichts mehr. Also wirklich nichts. Ich werde heute endlich mit der zweiten Staffel von The Gentlemenanfangen. Zumindest ist das der Plan. Mein Körper sagt Sofa, mein Kopf sagt Serie und meine Augen führen bereits erste Verhandlungen über einen vorzeitigen Feierabend.

Möööp!

20.59 Uhr

Wieder zu Hause. Der Göttergatte sät noch Raps und natürlich konnte ich nicht einfach gemütlich auf dem Sofa liegen bleiben. Also habe ich ihm noch Getränke gebracht und bin anschließend ein paar Runden auf dem Schlepper mitgefahren. RTK? Wahnsinn, was so ein Schlepper inzwischen alles von sich aus kann. Spur halten, Vorgewende erkennen, ziemlich genau wissen, wo er schon gewesen ist – ich saß daneben und war ernsthaft beeindruckt.

Und dann musste ich natürlich wieder fragen. Nicht nur, wie das alles technisch funktioniert, sondern vor allem: Wann genau hat der Göttergatte Tim das eigentlich beigebracht? Der steigt auf ein Gerät, drückt irgendwo, weiß, was er tut, und wirkt dabei so, als hätte er nie etwas anderes gemacht.

„Das weiß man doch.“

Hä? Ich nicht!

Und Tim sieht das offenbar genauso. Keine große Erklärung, keine Rückfrage, kein „Wie geht das noch mal?“ – das ist für die beiden einfach vollkommen selbstverständlich. Offenbar gibt es Wissen, in der Landwirtschaft nicht erklärt, sondern irgendwann einfach freigeschaltet wird.

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