Monatsrückblick Mai 2026: Langeoog, Wien und Geburtstag

Der Mai kam in diesem Jahr nicht einfach um die Ecke geschlendert, nein, er trat die Tür ein, warf mir Gartenhandschuhe zu und rief: »Na los, hier sieht’s aus!« Kaum hatte ich mich innerlich auf laue Abende, blühende Beete und ein bisschen Mai-Romantik eingestellt, stand ich auch schon knietief im Unkraut und später wieder mitten in der Baustelle. Dieser Monat hatte alles im Gepäck: Inselglück mit fettigem Fisch, eine Bahnfahrt nach Wien, die wider Erwarten nicht in einem Nervenzusammenbruch endete, mein erster Zeckenbiss und ein Geburtstag mit Erdbeerbowle. Außerdem gab es Schnitzel in Badelaken-Größe, Hochzeitsbitter auf dem Dorf und die Erkenntnis, dass Putz immer noch nicht freiwillig von der Decke fällt. Kurz gesagt: Der Mai war wie ein gut gefüllter Wäschekorb – bunt, chaotisch, schwer zu sortieren, aber lebendig.

Der Mai startet mit Schaufel, Schweiß und Dorftradition

Wie immer begann der Mai mit einem Feiertag. In diesem Jahr fiel er auf einen Freitag, was theoretisch nach langem Wochenende, Ausschlafen und gemütlichem Kaffee auf der Terrasse klingt. Praktisch bedeutete es bei uns: Unkraut beseitigen und bei der BGA klar Schiff machen. Romantik kann schließlich jeder.

Das Ganze zog sich dann auch noch durch den Samstag, denn wenn man einmal anfängt, findet man ja immer noch eine Ecke, die aussieht, als wäre man nicht vor einer Stunde schon dort gewesen. Und was ich mich immer schon gefragt habe: Warum gibt es noch keinen Efeu-Zünzler? Der wäre wenigstens nützlich!  Abends kamen Hochzeitsbitter kamen vorbei. Eine schöne Tradition auf dem Dorf. Ach ja, ich habe meinen Monatsrücblick für April veröffentlicht.

Am Sonntagmorgen klingelte der Wecker dann um eine Uhrzeit, die eigentlich nur für Bäcker, Eltern kleiner Kinder und Menschen mit fragwürdigen Reiseplänen gedacht ist. Um 7 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Langeoog.

Woche 1: Sonne, Strand und gar nicht mal so gutes Essen

Auf Langeoog lösten wir direkt am Montag unseren Gutschein ein. Natürlich ging es ins In’t Dörp. Leider hatte dort offenbar der Koch gewechselt – oder der Fisch wollte einfach noch nicht wahrhaben, dass seine Zeit im Wasser vorbei war. Er war zwar etwas gebraten, aber er schwamm. Im Fett. Igitt!

Am Dienstag zeigte sich die Insel dann von ihrer schönsten Seite. Sonne satt, leckere Getränke beim Strandversorger und ein netter Besuch in der Givtbude, wo wir sogar vom Chef eingeladen wurden. So darf Urlaub gern sein. Abends kehrten wir in der Alten Post ein, allerdings stellte sich auch dort die leise Frage: neuer Koch? Neue Köchin? Neues kulinarisches Konzept mit Überraschungsfaktor? Sagen wir es so: Langeoog war wunderschön, das Essen teilweise fragwürdig.

Am Mittwoch ging es wieder nach Hause – direkt hinein in eine Kälte, bei der ich kurz dachte: »Hey Mai, der Februar hat angerufen. Er will seinen Monat zurück.« Viel Zeit zum Jammern blieb allerdings nicht, denn die Baustelle wartete schon. Der Putz kommt schließlich nicht von allein von der Decke. Frech eigentlich.

Woche 2: Baustelle, Besuch und der erste Zeckenbiss meines Lebens

In der zweiten Woche startete alles mit Heidis Geburtstag, bevor ich mir am Dienstag im Garten den ersten Zeckenbiss meines Lebens zuzog. Man sammelt ja im Leben Erfahrungen, auf manche könnte ich allerdings gut verzichten. Aber nachdem ich morgens im Radio »Die Kur-Oase« gehört habe, kam mir die Idee zum Blogartikel Shrinkflation – wie Verpackungen uns gaslighten.

Am Mittwoch setzte ich mit meinem Sohn Stürze. Früher dachte ich bei »Stürze« eher an ungeschickte Bewegungen meinerseits, heute weiß ich: Das gehört über Türe. Man lernt nie aus.

Am Donnerstag begann unser Mikroabenteuer: Mit der Bahn nach Wien zu Lena. Normalerweise traue ich der Deutschen Bahn ungefähr so weit, wie ich eine Waschmaschine werfen kann. Aber was soll ich sagen? Es klappte. Einfach so. Ohne Drama, ohne nächtliche Odyssee über drei Ersatzbahnhöfe, ohne den Satz: »Dieser Zug endet heute außerplanmäßig in Würzburg.«

Wien selbst war beeindruckend. Überall wunderschöne Architektur, herrliche Gärten und Schnitzel, die so groß waren, dass man sie auch als Strandtuch hätte benutzen können. Dazu kam noch der ESC-Trubel mit vielen herrlich bekloppten Menschen – auf die gute Art. Es war bunt, laut und lebendig. Obwohl ich selbst diesem Event gar nichts abgewinnen kann. Entweder Musik, die aus dem Thermomix stammt – also total drüber – oder extrem traurig und bedeutungsschwanger oder komplett belanglos (wie de deutsche Beitrag). Über dieses Wochenende muss ich unbedingt noch ausführlicher schreiben, denn Wien hat definitiv einen eigenen Artikel verdient.

Woche 3: Mörtel, Fortbildung und Feierei

Am Montag ging es zurück, und auch die Rückreise funktionierte erstaunlich gut. Ich schreibe das hier bewusst noch einmal, damit ich es später selbst nachlesen kann, falls ich irgendwann wieder fluchend auf einem Bahnsteig stehe.

Danach hieß es wieder: Business as usual. Also ab auf die Baustelle und Mörtel in die Lücken drücken. Glamour sieht anders aus, aber dafür kann ich inzwischen Dinge, die ich früher nicht mal buchstabieren wollte.

Am Mittwoch begann (wieder) meine Fortbildung. Der Laptop kam rechtzeitig an, und nun sitze ich wieder acht Stunden täglich vor dem Bildschirm und lerne. Diesmal geht es um KI. Passt ja, schließlich kann man nie genug künstliche Intelligenz haben, wenn die eigene nach mehreren Stunden Baustelle, Garten und Haushalt nur noch im Energiesparmodus läuft.

Am Freitag schnitt ich Buchs, den wir mit den Nachbarn am Samstag um ein großes Herz banden, denn Sonntag feierten Simone und Uwe ihren 30. Hochzeitstag. Es war eine wunderschöne Feier bei bestem Wetter in einem herrlichen Garten.

Woche 4: Hitze, Pool und Geburtstag mit Check-up

Pfingstmontag erweiterte ich mein neues Beet, weil noch ein paar Pflanzen vor den Baufahrzeugen gerettet werden mussten. Ich sehe mich ja inzwischen ein bisschen als botanische Einsatzleitung: »Keine Sorge, mein liebe Phlox, ich bringe dich hier raus!«

die Jugend zu Hause reinigten derweil den Pool und machten ihn startklar. Perfektes Timing, denn es wurde richtig heiß. So heiß, dass ich am Dienstag sogar meinen Zumba-Kurs absagen musste. Und wer mich kennt, weiß: Dafür muss es schon ordentlich brutzeln.

Am Donnerstag stand dann mein Geburtstag an. Bevor gefeiert werden konnte, fuhr ich früh einkaufen und hatte noch meinen Check-up-Termin beim Arzt. Sehr erwachsen. Früher startete man Geburtstage vielleicht mit Sektfrühstück, heute mit Blutdruck und Vorsorge. Danach bereitete ich Snacks vor, rührte eine Erdbeerbowle an und machte draußen alles für meine Gäste fertig. Ich habe mich richtig über die Gäste gefreut und meinen Jubeltag absolut genossen. Samstag haben wir abgekränzt – wir hatten eine Menge Spass!

📚 Gelesen

»Die Ehefrau« von Freida McFadden
Ich mag Freida McFadden eigentlich sehr, weil ihre Bücher oft diesen fiesen Sog entwickeln, bei dem man nur »ein Kapitel noch« lesen will und plötzlich ist es halb eins. Bei »Die Ehefrau« war ich allerdings nicht ganz so überrascht wie bei den vorherigen Bänden. Die Wendungen waren da, aber sie haben mich nicht mehr komplett vom Sofa geschubst. Trotzdem war es unterhaltsam, flott gelesen und für alle geeignet, die psychologische Spannung mögen.

»The Academy« von Elin Hilderbrand
Dieses Buch hat mir richtig gut gefallen. Ein Internatsroman mit Glamour, Gossip und dunklen Geheimnissen – also genau die Mischung, bei der ich sofort denke: »Ach komm, nur noch ein bisschen lesen.« Die Atmosphäre war toll, die Figuren spannend und die Abgründe hinter der schönen Fassade machten die Geschichte besonders reizvoll. Ein schönes Buch für alle, die Geschichten mit jungen Erwachsenen, Intrigen und exklusivem Schulsetting mögen.

»Don’t kiss Tommy« von Theresia Graw
Ein Nachkriegsroman, der in Bad Oeynhausen spielt – also quasi vor der Haustür. Das machte die Geschichte für mich besonders interessant. Im Mittelpunkt stehen zwei Freundinnen, die unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie ihr Leben nach dem Krieg aussehen soll. Gerade diese Mischung aus Zeitgeschichte, Freundschaft, Aufbruch und persönlichen Entscheidungen hat mir sehr gefallen.

»Gibt’s das auch mit Liebe?« von Ellen Berg
Hier geht es um eine Karrierefrau mit vermeintlich perfektem Instagram-Leben, die aufs Land zu ihrer Schwester geschickt wird, um einem Burnout vorzubeugen. Ich mochte den Kontrast zwischen Großstadtfassade und Landleben sehr. Ellen Berg schreibt humorvoll, leicht und trotzdem mit einem ernsten Kern. Genau die richtige Mischung, wenn man lachen, aber auch ein bisschen nicken möchte.

🎧 Gehört

»Seine schwerste Stunde« von Harlan Coben
Wieder ein Krimi rund um Myron Bolitar – und wieder genau das, was ich an Harlan Coben mag. Die Geschichte ist spannend, temporeich und hat diesen typischen Mix aus alten Geheimnissen, cleveren Wendungen und Figuren, die man gern begleitet. Myron stolpert natürlich nicht einfach nur in einen Fall hinein, sondern wird emotional ordentlich gefordert. Für mich war es ein sehr gelungenes Hörbuch, weil es spannend bleibt, ohne unnötig kompliziert zu werden.

📺 Gesehen

»Kampf der Realitystars« auf RTL+
Herrlicher Trash. Man schaut es und fragt sich gleichzeitig, warum man das eigentlich schaut. Und dann läuft schon die nächste Folge. Es ist laut, überdreht, manchmal unfassbar albern und genau deshalb perfekte Unterhaltung, wenn der Kopf nach einem langen Tag nichts Tiefgründiges mehr verarbeiten möchte.

»Mama ist die Best(i)e« in der ARD
Ein sehr amüsanter Zweiteiler mit viel Situationskomik und schönen Momenten. Die Geschichte lebt von ihren Figuren und davon, dass Familie eben selten geräuschlos funktioniert. Ich mochte den Humor und die kleinen Spitzen sehr.

»LOL« auf Prime
Absolute Zeitverschwendung. Und damit meine ich nicht die charmante Sorte Zeitverschwendung, bei der man wenigstens gut unterhalten wird. Bei mir hat es diesmal einfach nicht gezündet. Manchmal sitzt man davor, wartet auf den großen Lacher und merkt irgendwann: Der kommt heute wohl nicht mehr.

Mein Fazit zum Mai

Der Mai war voll, bunt, stellenweise chaotisch und definitiv nicht langweilig. Zwischen Insel, Wien, Baustelle, Garten, Fortbildung, Familienmomenten und Geburtstag blieb kaum Zeit, um mal kurz durchzuatmen. Aber genau das macht solche Monate ja oft aus: Sie fühlen sich mittendrin wild an, und rückblickend merkt man, wie viel Schönes darin steckte. Und falls der Juni etwas ruhiger werden möchte – ich hätte nichts dagegen. Wirklich nicht.

Von Kerstin Steinkamp

Stifte gespitzt – Segel gesetzt. Ich bin Kerstin Steinkamp – Bloggerin und Zumba-Instruktorin mit Herz, Humor und einer Portion Gelassenheit. Sprache ist mein Handwerkszeug, Bewegung mein Ausgleich – beides steht für Energie, Leichtigkeit und Klarheit. Ich schreibe für Menschen, die wie ich sich selbst nicht zu ernst nehmen – denn manchmal ist das Leben hart genug. Auf meinem Blog verbinde ich ehrliche Einblicke in meinen aus Alltag, Themen, die mich gerade interessieren und meine Kreativität. Mehr über mich findest du hier.

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