Derzeit höre ich gerade unglaublich viel True Crime, vor allem den Podcast Verbrechen von nebenan – True Crime aus der Nachbarschaft. Andere entspannen mit Musik oder Hörbüchern, ich höre True Crime. Das ist nicht nur spannend, sondern manchmal auch leicht beunruhigend, vor allem dann, wenn ich mich dabei ertappe, wie ich danach besonders aufmerksam durchs eigene Wohngebiet gehe. Rein vorsorglich natürlich.
Verbrechen von nebenan – plötzlich ganz nah
Der Podcast wird von Philipp Fleiter gemacht, der aus Ostwestfalen kommt. Allein das sorgt schon für eine gewisse Nähe. Noch intensiver wird es, wenn die Verbrechen in Nordrhein-Westfalen passiert sind, teilweise an Orten, die ich kenne. Das ist dieser Moment, in dem True Crime aufhört, theoretisch zu sein. Wenn Namen von Städten fallen, durch die man selbst schon gefahren ist, fühlt sich alles sofort realer an. Dann ist das kein fernes Verbrechen mehr, sondern eines, dass sich theoretisch auch im eigenen Umfeld hätte abspielen können. Und genau das macht die Faszination aus.
Philipp lädt immer mal wieder interessante Gäste ein. Experten, Kriminalpsychologen oder Menschen, die mit einem Fall persönlich verbunden sind gehören dazu. Aber auch der Comedian und Autor Bastian Bielendorfer, mit dem er etwa über den Fall des sogenannten »Meisterfälschers« gesprochen hat, oder Maximilian Pollux, der wegen Jugendkriminalität 10 Jahre inhaftiert war. Heute arbeitet er als Anti-Gewalt-Trainer, Autor und Podcaster.
Warum True Crime?
Ich glaube, True Crime fasziniert viele Menschen, weil es echte Geschichten sind. Keine Drehbücher, keine erfundenen Figuren, sondern reale Menschen mit echten Entscheidungen und echten Konsequenzen. Es geht um das Warum, nicht nur um die Tat. Was bringt jemanden soweit? Wann kippt ein Leben?
Echte Geschichten fesseln doppelt
Der Unterschied zu Krimis oder Serien ist: Das hier hat wirklich stattgefunden. Es sind keine erfundenen Figuren, sondern Menschen wie du und ich, die in tragische, bizarre oder unfassbare Situationen geraten sind. Das macht neugierig – und vielleicht auch ein bisschen nervös.
Nähe lässt uns mitdenken
Wenn ein Mord in der eigenen Stadt passiert oder in einer Kleinstadt, die du kennst, dann fühlt es sich nicht abstrakt an. Der Gedanke »Das könnte auch hier passieren können« macht wach – und gleichzeitig fesselt er uns.
Sicherheit vs. Faszination
Manche sagen, dass wir durch das Verstehen realer Verbrechen ein Gefühl von Kontrolle über das Chaos gewinnen – als würden wir verstehen, wie es überhaupt geschehen konnte. Und gleichzeitig ist da diese Faszination für das Dunkle, Unvorhersehbare im Menschlichen.
Psychologie, Menschlichkeit und das »Warum?«
Letztlich hören wir nicht nur, was passiert ist – sondern auch warum. Menschen interessieren sich dafür, wie andere Menschen handeln, warum jemand tödliche Entscheidungen trifft, und welche Faktoren dahinterstecken. Diese »Hintergrundgeschichten« sind oft komplexer als der reine Tathergang – und genau das zieht einen hinein. Motiv, Umständen, Ermittlungen und menschlichen Abgründen – diese Mischung aus Sozialpsychologie, menschlichem Verhalten und Realität bewegt macht neugierig.
Wenn True Crime vom Podcast auf den Fernseher wandert
Neulich hat sich meine True-Crime-Phase dann auch noch auf den Fernseher ausgeweitet. Eigentlich ganz unschuldig, weil meine Tochter Lena für einen Monat den Account für Disney+ eingerichtet hat. Sie wollte unbedingt die Taylor-Swift-Doku über ihre Eras-Tour sehen, und ja, die war wirklich großartig. Ich habe begeistert mit ihr vor dem Fernseher gesessen, vielleicht auch, weil Lena letztes Jahr selbst auf einem Konzert war 🤩. Aber wie das so ist, bleibt man dann hängen und zappt durch den Kanal – wenn er schon mal installiert ist. Und plötzlich schaut man einen Film wie »Murdaugh – Mord in der Familie« und sitzt danach fassungslos auf dem Sofa.
Die Familie Murdaugh – Macht, Geld und unfassbare Abgründe
Die Geschichte der Familie Murdaugh hat mich wirklich beschäftigt. Fünf Todesfälle im Zusammenhang mit einer einzigen Familie, darunter der eigene Sohn und die Ehefrau, dazu ein Netz aus Einfluss, Geld und Vertuschung. Zu sehen, wie lange Menschen glauben, mit Macht und Geld alles kontrollieren zu können, ist gleichermaßen erschreckend wie faszinierend. Solche Geschichten zeigen sehr deutlich, dass das echte Leben oft unglaublicher ist als jede fiktive Serie.
Und als hätte das nicht gereicht, ziehe ich mir aktuell auf Netflix auch noch die Dokuserie über die Familie Murdaugh rein. Noch detaillierter, noch erschütternder. Zu sehen, wie weit Menschen gehen, um ihre Fassade aufrechtzuerhalten, wie Recht gebeugt, Wahrheit manipuliert und Verantwortung verdrängt wird – das macht sprachlos.
Warum mich wahre Geschichten so fesseln
Ob Podcast oder Dokumentation: Mich faszinieren Geschichten mit wahrem Hintergrund besonders. Vielleicht, weil das echte Leben oft unglaublicher ist als jede fiktive Serie. Vielleicht, weil es uns zwingt hinzusehen – auch dorthin, wo es unbequem wird.
Ich merke immer wieder, dass mich genau diese Formate packen: Serien, Filme und Dokus, die auf realen Ereignissen basieren. Ich habe mir schon zig Entstehungsgeschichten von Bands angesehen (Fleetwood Mac, Metallica, Bon Jovi, Queen, Beach Boys usw.) und liebe Autobiografien. Sie zeigen, wie zerbrechlich Erfolg, Sicherheit und Fassade sein können.
Und genau das verbindet meine True-Crime-Leidenschaft im Ohr mit der auf dem Bildschirm: Das echte Leben fasziniert mich mindestens genauso sehr wie fiktive Geschichten. Vielleicht sogar mehr. Weil es real ist. Weil es passiert ist. Und weil es uns – ob wir wollen oder nicht – immer ein Stück über uns selbst erzählt.
True Crime und ich – ein überraschendes Match
Ich schreibe sonst über Zumba-Lebensfreude, Alltagsbeobachtungen und die kleinen Verrücktheiten des Lebens. Aber gerade in ruhigen Momenten, beim Autofahren, Kochen oder beim Spazieren mit Buddy tauche ich gerne in diese dunkleren, überraschenden Geschichten ein. Es ist nicht der Horror selbst, der mich anzieht – sondern das Menschliche dahinter: Entscheidungen, Motivationen, hinterfragte Sicherheit und die Frage, wie Leben, Zufall und Tragödie miteinander verwoben sind.
Oder ist es schlicht Neugier. Möglicherweise ist es die Art, wie echte Geschichten uns ein tieferes Verständnis von uns selbst geben. Vielleicht ist es auch einfach die Befriedigung, wenn scheinbar Unerklärliches am Ende einen Sinn ergibt.
Fazit: Dunkle Geschichten und die Liebe zum Alltag
Ja, ich höre gerade viel über Mord, Lügen und menschliche Abgründe.
Aber ich schreibe immer noch über das Leben, den Alltag und die kleinen Dinge.
Vielleicht, weil genau darin die größte Spannung liegt:
👉 Dass beides nebeneinander existiert.
👉 Dass das Leben hell und dunkel zugleich ist.
👉 Und dass man auch über schwere Themen mit Humor, Abstand und Neugier schreiben darf.
True Crime erinnert mich daran, wie fragil vieles ist und wie wertvoll das scheinbar Selbstverständliche sein kann. Es ist diese Mischung aus Neugier, Staunen und Kopfschütteln, die mich gerade so fesselt. Und keine Sorge: Ich bleibe weiterhin die, die über das Leben, den Alltag und die kleinen Dinge schreibt. Nur eben mit einem kleinen True-Crime-Ohrhörer im Ohr.


Stifte gespitzt – Segel gesetzt. Ich bin Kerstin Steinkamp – Bloggerin und Zumba-Instruktorin mit Herz, Humor und einer Portion Gelassenheit. Sprache ist mein Handwerkszeug, Bewegung mein Ausgleich – beides steht für Energie, Leichtigkeit und Klarheit. Ich schreibe für Menschen, die wie ich sich selbst nicht zu ernst nehmen – denn manchmal ist das Leben hart genug. Auf meinem Blog verbinde ich ehrliche Einblicke in meinen aus Alltag, Themen, die mich gerade interessieren und meine Kreativität. Mehr über mich findest du hier.